Mazda MX-5: Das Geheimnis seines Erfolges

Frischluft für die Massen
Am 10. Februar ist es unglaubliche 32 Jahre her, dass die erste Generation des Mazda MX-5, auf der Chicago Auto Show der Weltöffentlichkeit präsentiert wurde. Mazda ging von einer maximalen Jahresabsatzmenge von 5000 Exemplaren aus, davon 3000 für die USA und 500 Stück für ganz Europa. Dabei hatten sie die Rechnung ohne die in den 1980er systematisch ausgehungerten Frischluftfanatiker gemacht. Nur mehr wenige offene Fahrzeuge waren am Markt erhältlich, davon ein großer Teil im Luxussegment. Der Bedarf nach kleinen, sportlichen und vor allem leistbaren Cabrios bzw. Roadster war definitiv vorhanden – nach dem Wegfall der klassischen englischen Roadster. Bis Ende 1990 waren bereits 140.918 Stück vom MX-5 produziert worden, die Wiedergeburt des Roadster war somit für Mazda ein voller Erfolg und ein Imagebooster für den japanischen Hersteller.

 

Man muss Mazda für den waghalsigen Entschluss loben, ein Cabrio nach Amerika zu bringen, denn wie man weiß, verwechseln die Amerikaner sogar bei Automatik-Autos Gaspedal und Bremse und verlangen dann Dollarmillionen Schmerzensgeld. Sie sind imstande und fallen aus dem offenen Auto, und wer soll das dann bezahlen?
(David Staretz in der Autorevue 07/1989)

 

Mazda brachte den Roadster zurück
Doch wie kam es, dass die offenen kleinen Sportwagen nach und nach verschwanden? In Großbritannien wurde durch die Misswirtschaft des zusammengewürfelten Mischkonzerns British Leyland, der viele der einst großen britischen Marken (Jaguar, MG, Mini, Triumph, Rover, Austin, etc.) beherbergte, der Zeitpunkt verschlafen, konkurrenzfähige zeitgemäße Fahrzeuge zu entwickeln. Mit dem Auslaufen des MG B im Jahr 1980 und des Triumph TR7 im Jahr 1981 verschwanden die letzten englischen Großserien-Roadster. Aus Italien kamen in den 80ern noch der Alfa Spider und der Fiat 124 Spider, deren Konstruktion in den 60ern ihren Ursprung hatten. Dazu kamen die strengen Sicherheitsauflagen und Abgasrichtlinien in den USA, die das große Sterben der offenen Fahrzeuge beschleunigte. Ein weiteres Relikt am Markt war der Mercedes SL der Modellreihe R107, der seit 1971 am Markt verfügbar war. Dazu kamen wenige kleine Cabriolets mit Frontantrieb und Überrollbügel, vom Schlage eines VW-Golf, Fiat Ritmo, Opel Kadett E, Peugeot 205 und Ford Escort. Kreuzbrave Kleinwagen, die ihres Daches beraubt wurden.

 

 

 

Auslöser des Roadsterbooms in den 90ern
Somit kam Mazda mit seinem kleine frechen Roadster gerade recht und löste mit ein paar Jahren dauernden Schrecksekunden einen wahren Roadster Boom in den 90ern aus. Nach und nach zogen die großen Hersteller einer nach dem anderen einen Roadster aus dem Talon: BMW brachte den Z3, Mercedes den SLK mit versenkbarem Hardtop, Fiat die Barchetta, Toyota den MR-2 der dritten Generation. Selbst die Marke MG stand wieder von den Toten auf als BMW Rover übernahm – der neue MG F bekam ein Mittelmotor-Layout.

 

Stellen Sie sich einen Lotus Elan vor, der kein Öl verliert und selbst bei Regen anspringt
(MX-5 Initiator Bob Hall)

 

Millionenseller mit Großserientechnik
Mazda setzte genau da an: Autofahren ohne Schnickschnack, verlässliche Großserientechnik unter dem zeitlos gestalteten Blechkleid, ein Leichtgewicht mit unter 1000 kg Leergewicht, gut ausgewogene Gewichtsverteilung 50:50 mit idiotensicherem Handling. Ein präzises Schaltgetriebe, dass mit viereinhalb Zentimetern Schaltweg Suchtpotential hat. Das manuelle Verdeck ist mit wenigen Handgriffen vom Fahrersitz aus mit geringem Kraftaufwand zu öffnen oder zu schließen. All das führte im Mai 2000 zum Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde als meistverkaufter Sportwagen aller Zeiten. Mittlerweile stehen wir bei über 1.000.000 verkaufte Exemplaren in vier Modellgenerationen. In die Herzen der Fans fuhr der MX-5 schon kurz nach seiner Markteinführung. Eine große gut vernetzte Community sorgt sich weltweit um den Roadster, mit Treffen, Rallyes, Touren und diversen Motorsportevents.

 

Bilder: Mazda

 

Klassenloses Spaßgerät
Der Mazda MX-5 ist ein klassenloser Roadster, der eine breite Palette an Liebhabern anspricht. Von jungen Heißspornen, die gerne die Optik verändern und auch der Leistungssteigerung nicht abgeneigt sind, bis hin zu reiferen Semestern die mit dem MX-5 gerne genussvolle Ausfahrten unternehmen. Aufgrund der vielen verkauften Exemplare, sind auch gute gebrauchte Exemplare zahlreich am Markt verfügbar. Um wenig Geld bekommt man einen ausgereiften Roadster, der leistbar ist. In ihm bekommt durchwegs positives Feedback, denn der MX-5 ist vor allem eines: Neidfrei!

Ersatzteilversorgung
Die großen Stückzahlen sorgen auch für eine sehr gute Ersatzteilversorgung, bei Mazda selbst sind auch für frühe Exemplare noch viel Originalteile erhältlich, für die erste Modellgeneration (Modellcode NA)  wurden sogar einige nicht mehr verfügbare Teile neu aufgelegt. Ersatzteile wie Batterie, Bremsen, Auspuff, Kupplung, Filter, Stoßdämpfer, Zündkerzen und Betriebsflüssigkeiten für den MX-5 bekommt man preiswert und in großer Vielfalt bei Daparto. Auch für die Individualisierung des Kultroadsters finden sich viele Anbieter die für jeden Geschmack Tuningteile vertreiben. Egal ob Felgen, Sportfahrwerk, Motortuning oder optische Veränderung im Innenraum oder am Blechkleid gewünscht sind, dem Individualisierungdrang des Piloten sind kaum Grenzen gesetzt.

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